EEG-2021: Lohnt sich die Investition in Solaranlagen noch?

16. April 2021

Die Einspeisevergütung für Solarstrom ist in den letzten Jahren stetig gesunken. Die Investition in Solaranlagen lohnt sich aber weiterhin. Dies liegt vor allem an intelligenten Energiemanagement- und Batteriespeichersystemen. Damit lässt sich der Eigenverbrauch steigern, Netzbezug vermeiden und somit bares Geld sparen.

Die staatliche Einspeisevergütung für das Einspeisen erneuerbarer Energien ins öffentliche Netzt sinkt. In den Anfängen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) betrug die Einspeisevergütung für Solaranlagen über 50 Cent pro Kilowattstunde. Derzeit liegt sie für kleine Anlagen mit einer Leistung unter 10 kWp nur noch bei knapp 8 Cent. Es stellt sich somit die Frage: Lohnt sich die Investition in Solaranlagen noch?

Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)

Vor über 20 Jahren trat das erste EEG in Kraft. Es förderte erstmals gezielt alternative Energieerzeuger und bildet seitdem die Grundlage für die Weichenstellung auf eine klimaneutrale Stromerzeugung. Besonders Bürgerenergieprojekte und kleine dezentrale Stromerzeuger investierten in den Anfängen aufgrund von hohen gesicherten Einspeisevergütungen. Folglich nahm der Ausbau der erneuerbaren Energien an Fahrt auf. Bis heute stieg der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch kontinuierlich an und betrug 2020 bereits 42%. Pünktlich mit dem Vergütungsende der ersten erneuerbaren Erzeugungsanlagen beschloss die Bundesregierung im Dezember 2020 die fünfte Novelle des EEG.

Im Hinblick auf die stetig sinkende Einspeisevergütung wurde zuletzt vermehrt die Rentabilität der Investition in Photovoltaikanlagen diskutiert. Für die Investitionsüberlegung ist besonders die neue Regelung bezüglich der anteilig zu zahlenden EEG-Umlage bei Eigenverbrauch zu betrachten. Die sogenannte Sonnensteuer betrug 40% der EEG-Umlage und nur kleinere Solaranlagen bis 10kWp waren von der Zahlung befreit. In der Novelle wurde die Grenze zum 01.01.2021 auf 30kWp angehoben. Die Betreiber mittelgroßer Anlagen profitieren folglich vom Eigenverbrauch noch mehr als bisher.

Stromgestehungskosten von PV-Anlagen sinken weiter für sinken weiter

Um dies zu verdeutlichen lohnt ein Blick auf die Stromgestehungskosten von Solaranlagen. Stromgestehungskosten bezeichnen die Kosten, welche für die Energieumwandlung einer beliebigen Energieform in elektrischen Strom anfallen. Bei Photovoltaikanlagen setzen sich die Kosten vor allem aus den Installationskosten, den Betriebskosten und den Finanzierungskosten bei Fremdfinanzierung bzw. den kalkulatorischen Zinsen bei Eigenfinanzierung zusammen. Die Gesamtkosten dividiert man schließlich durch die in der gleichen Zeit prognostizierte Energieerzeugung. Das Ergebnis spiegelt letztendlich die Kosten pro Kilowattstunde wider. Folglich haben nicht nur die direkten Kosten sondern auch die Erzeugungsmenge Einfluss auf die Stromgestehungskosten. Solaranlagen an sonnenreichen Standorten und einer optimalen Ausrichtung der Dachfläche produzieren also günstiger Strom.

Die Stromgestehungskosten von kleinen PV-Dachanlagen sanken in den vergangen Jahren vor allem aufgrund fallender Preise für Solarmodule stark. 2018 lagen sie laut einer Studie des Frauenhofer Instituts nur noch zwischen 7,23 und 11,54 Cent pro kWh. Verglichen mit dem aktuellen Strompreis, welcher für Endkunden zurzeit bei knapp 32 Cent pro kWh liegt, wird schnell deutlich dass der Eigenverbrauch eine gute Möglichkeit bietet, Energiekosten langfristig zu senken.

So lohnt sich die Investition in Solaranlagen!

Die Investition und der Betrieb von PV-Anlagen ist also umso rentabler, je höher der Anteil des selbst erzeugten Stroms am Gesamtstromverbrauch ist. Folgende Rechnung zeigt beispielhaft, wie sich die Investition in eine Solaranlage lohnt. Dabei liegen folgende Annahmen zugrunde:

  • Größe der Anlage 5 kWp mit 1.000 kWh/kWp Jahresertrag
  • Strompreissteigerung von 2% pro Jahr
  • Investitionskosten (inkl. Installation) 7.750€
  • Stromverbrauch Haushalt (Haus): 4.000 kWh p.a.
  • PV-Eigenverbrauchsquote: 25% (Annahme auf Grundlage des Unabhängigkeitsrechners der HTW Berlin)
  • Einspeisevergütung: 7,8 ct/kWh
  • Finanzierung der Anlage mit Zinssatz 1% p.a.

In der Beispielrechnung wird deutlich, dass sich die Investition in eine Photovoltaikanlage bereits nach 10 Jahren lohnt. Der Break-Even der Vergleichsrechnung (blaue und gelbe Linie) liegt kurz hinter dem Jahr 2031. Bei einer von Laufzeit von 20 Jahren kann in der Beispielrechnung mit Kosteneinsparungen von knapp 7.000€ gerechnet werden. Und selbst ohne die angenommene Preissteigerung des Strompreises (grüne Linie) rechnet sich die Investition auf 20 Jahre. Zusätzlich zu beachten ist Wahl des passenden Steuermodelles. Mehr Informationen dazu findet ihr Hier.

Eigenverbrauchsanlage mit Speicher

Eine Möglichkeit den Eigenverbrauchsanteil zu erhöhen bieten Speichertechnologien. In Zeiten geringer Nachfrage und gleichzeitig großer Erzeugungsmengen aufgrund günstiger Wetterbedingungen entsteht ein Stromüberschuss. Anstatt diesen Strom ins Netz einzuspeisen, speichert eine Batterie die überschüssige Energie. Die gespeicherte Energie kann dann zu einem späteren Zeitpunkt für den Eigenverbrauch genutzt werden. Wirtschaftlich interessant sind Stromspeicher vor allem, da einige Bundesländer im Rahmen verschiedener Förderprogramme den Kauf von Speichersystemen bezuschussen. Aber auch ohne Förderung lohnt sich die Investition in Stromspeicher. Im Zuge der Sektorenkopplung (Nutzung PV-Strom für Elektromobilität und/oder Wärmetechnologie) wird der Stromverbrauch in Zukunft steigen und ein erhöhter Eigenverbrauch kann folglich der Absicherung gegenüber steigenden Strompreisen dienen.

Zusätzlich kann der Einsatz intelligenter Energiemanagementsysteme helfen, den Eigenverbrauchsanteil zu steigern. Unter dem Begriff Energiemanagement versteht man verschiedene Maßnahmen mithilfe derer der Verbrauch bzw. die Speicherung von Energie zeitlich optimiert wird. In privaten Haushalten wird beispielsweise das Laden eines Elektroautos zu Zeiten hoher Einspeisung realisiert. Auch die in Zukunft verstärkte Nutzung von Wärmepumpen bietet Flexibilitätsmöglichkeiten. Folglich kann der Eigenverbrauchsanteil gesteigert und die Energiekosten verringert werden.

Eine Möglichkeit den Stromverbrauch zu managen bietet dir die Energy-Buddy-App. Diese überwacht deinen Energieverbrauch und hilft in Verbindung mit einem Energiemanagementsystem den Eigenverbrauchsanteil zu erhöhen. Außerdem siehst du auf einen Blick, welche Kosten du einsparen konntest. Ebenfalls zeigt der Energy Buddy, wie viel CO2 Emissionen du durch den Einsatz deiner Erzeugungsanlage bereits vermieden hast.

Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass sich die Investition in Photovoltaikanlagen vor allem in Kombination mit Energiemanagementsystem und Speichertechnologien weiterhin lohnt. Ein solider Eigenverbrauch bedeutet gleichzeitig vermiedenen Netzbezug und entlastet sowohl deinen Geldbeutel als auch die Umwelt!

Quellen:

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